August 20, 2014

{Rezension} Frühstück bei Tiffany von Truman Capote / Lovelybooks Klassiker der Weltliteratur


Inhalt:
„Frühstück bei Tiffany" von Truman Capote gibt einen kurzen Ausschnitt aus dem Leben des exzentrischen It-Girls Holly Golightly, welche sich zwar mittellos, jedoch mit einer ganzen Menge unverschämten Charme und Einfallsreichtum durch das New Yorker Leben der High Societys um 1944 schlägt.

Erzählt wird die Geschichte von ihrem liebenswürdigen Nachbarn und Freund, einem erfolgslosen Schriftsteller, der Holly um ihre lebendige Art bewundert und auch liebt. Er erfährt schließlich auch als einziger die Wahrheit über ihre mysteriöse Vergangenheit und bleibt ihr auch in schweren Zeiten immer ein Freund, steht ihr bis zum Ende immer bei, auch wenn seine Liebe ihr gegenüber in diesem Maße nie erwidert wird.



Meine Meinung:
Vor dem Lesen von „Frühstück bei Tiffany" kannte ich weder den Autor, noch den Roman, lediglich einige wenige Szenen des Filmen hatte ich noch schattenhaft in kindlichen Erinnerungen. Einen Vergleich zwischen Buch und Film kann ich in diesem Fall also nicht wirklich machen. Ich beziehe mich lediglich auf den Roman:

Grundsätzlich klang der Klappentext meiner Meinung nach sehr interessant und für mich auch sehr ansprechend und auch der Charakter der exzentrischen Holly Golightly machte mich sehr neugierig auf Capotes Roman. Holly Golightly war letztendlich auch ein sehr faszinierender Charakter. Sie ist wohl am besten als eine Frau zu beschreiben, die ihren Platz in der Welt noch nicht so recht gefunden hat. Sie ist frech, charmant, liebenswürdig, eigensinnig, auf eine andere Weise gleichzeitig aber auch so verloren, unwissend und naiv, was so viele Situationen im Buch beweisen. Sie geht, wohin sie gerade Lust hat und ist ebenso leicht von ihrem Weg abzubringen.
Der Erzähler dagegen wirkt nachdenklich, melancholisch, durchdacht, gibt Holly immer wieder bodenständige Ratschläge und stürzt mit seiner Bewunderung und Liebe in sie, doch immer wieder selbst in ihre verrückten Abenteuer.

Trotzdem konnte mich die Erzählung nicht wirklich mitreißen. Obwohl das Buch gerademal 100 Seiten hat, habe ich es beim Lesen immer mal wieder zur Seite legen müssen, wenngleich mir Truman Capotes Schreibstil eigentlich sogar sehr gut gefiel.
Holly Golightly ist sicherlich ein sehr interessanter Charakter, doch auch sie verfehlte ein klein wenig ihre Wirkung auf mich, machte stellenweise sogar einen ganz unsympathischen Eindruck auf mich und erinnerte mich unter anderem an Frauen aus der heutigen Zeit wie Paris Hilton & Co. Ich hatte eher Mitleid mit dem  Erzähler Paul und hätte mir wohl auch einfach ein schöneres, weniger einsameres Ende für ihn gewünscht. (Wenigstens hat der Kater ein einigermaßen schönes Ende bekommen).

Fazit:
Schlussendlich lässt sich also sagen, dass „Frühstück bei Tiffany" von Truman Capote durchaus sehr unterhaltsam und stellenweise faszinierend war, mich im Großen und Ganzen aber nicht wirklich mitreißen konnte. Ich bin auch der Meinung, dass Holly Golightly kein einzigartiges Mädchen ist und es "It-Girls" wie sie heutzutage überall auf der Welt gibt. Trotzdem werde ich mir in naher Zukunft sicherlich mal die wahrscheinlich noch gehyptere Verfilmung mit Audrey Hepburn anschauen, um dann feststellen zu können, ob die Faszination eventuell dann auf mich überschwappt... .



Kommentare:

  1. Für mich lag der Reiz des Buches in der schillernden Persönlichkeit und dem famosen Schreibstil des Autors. Man sollte auch bedenken, dass die Geschichte in den 40ern spielt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  2. Ich finde das Buch für seine Zeit einfach nur grandios. Aber ich halte Capote eh für einen der besten Autoren des 20. Jahrhunderts. So eine schillernde, chaotische und zugleich zerbrechliche Frauenfigur gab es vor seiner Holly keine.
    Viele Grüße
    Mareike

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